Herkunft

Der Dulcimer gelangte im Mittelalter aus dem arabischen Kulturraum nach Europa. Wie viele andere Musikinstrumente auch, die aus dem Orient nach Europa eingeführt wurden, fand er zunächst im Bereich der sozialen Oberschicht Verwendung. So ist z. B. überliefert, dass er in Klöstern zur Begleitung von Psalmengesängen benutzt wurde.

Das änderte sich schnell, als im Laufe der Zeit technisch anspruchsvollere und vielseitigere Instrumente aus dem Orient importiert wurden, wie etwa die Laute. Der Dulcimer teilte das Schicksal einer ganzen Reihe ähnlich einfacher Musikinstrumente (z. B. Drehleier, Dudelsack) und sank in seiner sozialen Bedeutung auf die Stufe eines Bauern-, Bettler- und Vaganteninstruments.

Der Musiker und Musikschriftsteller Michael Prätorius (1571 -1621) zeigt in seinem musikwissenschaftlichen Werk "Syntagma musicum" die Abbildung eines Scheitholtes (deutsche Variante des Dulcimers), das er bei seiner Kategorisierung der Musikinstrumente zu den "Lumpeninstrumenta" zählt.

Als Instrument der traditionellen Musik Europas konnte der Dulcimer in verschiedenen Formen (siehe: Varianten) weiter bestehen, aber im Laufe der Zeit geriet er immer mehr in Vergessenheit.

Scheitholt, Abbildung aus "Syntagma musicum"

Appalachian Dulcimer

Mit Auswanderen gelangten die Instrumente bis nach Amerika. In einigen Gebieten, insbesondere in den Appalachen, fanden sie weite Verbreitung. Von dort stammt auch der Name "Dulcimer" für diese Art von Instrumenten, nach einer mittelalterlichen englischen Bezeichnung für Saiteninstrumente unterschiedlicher Art.

Während die europäischen Varianten des Dulcimers bis zur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts nahezu ausgestorben waren, gab es in den amerikanischen Appalachen noch immer die Reste einer lebendigen traditionellen Musikkultur, in welcher der Dulcimer eine wichtige Rolle spielte.

Ende der fünfziger Jahre entwickelte sich in den USA, anfangs als eine Art konservative Gegenströmung zum gerade aufkommenden Rock'n Roll, die Folkrevival-Bewegung. Im Rahmen dieser Bewegung gab es Musikerinnen und Musiker, die den Dulcimer wieder einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machten. Musiker der unterschiedlichsten Stilrichtungen begannen, sich für den Dulcimer zu interessieren.

Als die Folkrevival-Bewegung mit einiger zeitlicher Verzögerung Europa erreichte, erinnerte man sich auch hier der alten "Vorfahren" und "Urahnen" des Dulcimers. Eine Zeitlang, besonders in den siebziger und achtziger Jahren, wurden der Dulcimer und seine Vorfahren vorübergehend aus ihrem langen Dornröschenschlaf aufgeweckt.

Mit dem Abflauen der Folkmusikwelle verschwand aber auch das allgemeine Interesse für den Dulcimer, und heute ist das Instrument wiederum weitgehend unbekannt.

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