Spieltechniken

Die Haltung des Instrumentes

Der Dulcimer wird im Sitzen gespielt. Man legt das Instrument mit der Stirnseite nach rechts auf die Oberschenkel. Die linke Hand verändert beim Spielen die Tonhöhe, indem sie die Saite(n) auf das Griffbrett drückt, während die rechte Hand die Saiten zupft oder anschlägt.


Traditionelle Spieltechnik

Ursprünglich wurde der Dulcimer als reines Borduninstrument gespielt.
Was ist ein Bordun?
Ein Bordun ist ein ständig gleich bleibender Begleitton zu einer Melodie. Beim Dulcimer dienen die Töne der Baßsaite und der mittleren Saite, auf Grundton und Quinte gestimmt, als Bordune.

Als einzige Saite wird bei der traditionellen Spieltechnik die Melodiesaite von der linken Hand auf das Griffbrett gedrückt. Dies geschieht jedoch nicht unmittelbar mit den Fingern, sondern der Spieler benutzt hierzu ein kleines Stäbchen aus Rundholz, das im Englischen noter genannt wird. Das Ganze erinnert an die Bottleneck-Technik auf der Gitarre, nur dass man hier eben den noter anstelle des Metallröhrchens verwendet.

Mit der rechten Hand werden alle drei Saiten gleichzeitig angeschlagen. Auch dies geschieht bei der traditionellen Spieltechnik meist nicht direkt mit den Fingern, sondern der Spieler benutzt ein Plektrum, das früher oft aus einem Gänsekiel hergestellt wurde.


Haltung beim Dulcimer spielen


Neue Spieltechniken

Spätestens seit seiner Wiederentdeckung durch die Folkmusik-Bewegung wird der Dulcimer nicht mehr ausschließlich als Borduninstrument gespielt. Techniken, wie sie von anderen Saiteninstrumenten (z. B. der Gitarre) bekannt sind, wurden auf den Dulcimer übertragen. Zum Greifen der Saiten wurde oft nicht mehr der noter verwendet, sondern man nahm die Finger der linken Hand, um nicht nur die Melodiesaite, sondern alle drei Saiten beim Spielen auf das Griffbrett zu drücken. Dabei entdeckte man, dass es möglich ist, auf dem Dulcimer Akkorde zu spielen, wenn auch nur - bedingt durch die diatonische Anordnung der Bünde - in einem sehr begrenzten Rahmen.

Man kann die Spieltechniken unter zwei Gesichtspunkten betrachten: Zum einen unter dem Aspekt der Harmonik (Mehrstimmigkeit), zum anderen nach der Art der Tonerzeugung.

Hinsichtlich der Harmonik kann man unterscheiden zwischen:
Borduntechnik und akkordischem Spiel.

Die wichtigsten Arten der Tonerzeugung sind das Spiel mit dem Plektrum und das Picking (Zupfen der Saiten mit den Fingern).


Greifen mit der linken Hand, Picking mit der rechten Hand

Daneben gibt es noch eine ganze Reihe von "exotischeren" Arten, dem Dulcimer Töne zu entlocken. Man kann die Saiten z. B. wie bei einem Saitentambourin mit einem Holzschlegel anschlagen oder man kann sie mit einem Bogen streichen. Der Reiz des Dulcimers liegt gerade darin, dass er trotz seiner Einfachheit voll ungeahnter Möglichkeiten steckt.

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