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1. Nit unsere zît? - Ballo (4:42)
(Musik: C. Müller/trad.)
Das Mottostück ist eine kleine Melodie, die Carsten gefunden hat, ergänzt
um ein französisches Rondeau, gespielt nach Art der mittelalterlichen Spielleute.
2. Veris dulcis (3:54) Hörprobe: Veris dulcis
(Text: um 1230; Musik: trad.)
3. Totus floreo (3:07)
(Text: um 1230; Musik: A. Halfkann)
Die lateinischen Texte entstammen den "Carmina burana", einer umfangreichen Sammlung
mit Liedern der Vaganten aus dem 13. Jahrhundert. Beide Lieder beschreiben die
aufblühende Natur im Frühling als Metapher auf die aufkeimende Liebe.
Während die Liebe in "Veris dulcis" sanft und romantisch empfunden wird,
ist sie in "Totus floreo" feuriger.
4. Maienzît (6:22)
Hörprobe: Vorspiel zu Maienzît
(Text: Neidhart von Reuental [um 1180 bis vor 1246]; Musik: N. v. Reuental/trad.)
"Maienzît" ist ein Lied Neidhart von Reuentals. Die Texte der Lieder
des Minnesängers sind meist rustikaler Art. Sie zeichnen sich häufig
durch Naturschilderungen im volkstümlichen Stil aus. Nicht zuletzt deshalb ist
das vorliegende Lied in einer umgesungenen Fassung bis heute als Volkslied lebendig
geblieben.
5. Under der linden (5:11)
Hörprobe: Under der linden
(Text: Walther von der Volgelweide [1170-1230]; Musik: A. Halfkann)
"Under der linden" ist eines der bekanntesten Lieder des Minnesängers
Walther von der Vogelweide. Es dürfte zur Zeit seiner Entstehung für
beträchtliche Aufregung gesorgt haben. Zu den Konventionen des Minnesangs gehörte
es, dass die Minne immer aus der Sicht eines meist adeligen Mannes zu einer
hochgestellten Dame besungen wird. Walther aber beschreibt hier die Liebe eines
Mädchens aus dem einfachen Volk, das sich heimlich mit ihrem "friedel"
(neudeutsch: lover) im Wald unter einer Linde trifft.
6. Einen gekrönten reien (3:16)
Hörprobe: Einen gekrönten reien
(Text und Musik: Heinrich von Mügeln um 1200)
Ein eher düsteres Lied des Minnesängers Heinrich von Mügeln. Der Sänger begibt sich zur
Maienzeit in den Wald, um seiner "frouwen" (seiner Geliebteb) ein Minnelied
zu singen. Doch fühlt er sich schon bald verfolgt und bedroht von einem
dunklen Schatten. Und es gibt kein Entrinnen.
7. Allemande (3:23)
(Musik: trad.)
Ein Tanz aus der Sammlung "Danserye" des Antwerpener Buchdruckers Tielman Susato aus
dem Jahre 1551. In unserer Version haben wir einen Wechsel von 4-er auf 3-er Takt
eingebaut.
8. Je ne fus jamais si aise (3:18)
(Text und Musik: trad.)
Ein französisches Tanzlied aus dem 16. Jahrhundert.
9. Die Nachtfahrt (5:57)
(Text und Musik: trad.)
Ein Lied aus dem 16. Jahrhundert, in dem erzählt wird, welches Unheil entstehen
kann, wenn Frau und Mann in Grundsatzfragen unterschiedlicher Meinung sind.
10. Schlemmerlied (4:35)
(Text und Musik: trad.)
Eines der bekanntesten Lieder aus der Kategorie "Fress- und Sauflieder", wie sie im
16. Jahrhundert gerne und viel gesungen wurden. Das Lied erhebt aber auch den
moralischen Zeigefinger, wohin Trunksucht und Völlerei führen können.
11. Schirazula (1:58)
Hörprobe: Schirazula
(Musik: trad.)
Ein beliebter Tanz aus dem 16. Jahrhundert.
12. Der Schreiber im Korb (4:57)
(Text: trad.; Musik: A. Halfkann)
Das Lied geht in seinen Ursprüngen bis auf das Mittelalter zurück; dort
zogen oft Studenten oder Gelehrte als Schreiber umher. Das Lied beschreibt auf
unterhaltsame Weise, woher die Redensart "Jemandem einen Korb geben" stammt.
Gewissermaßen ist das Lied auch ein Dokument für frühen Feminismus...
13. Trinklied (4:28)
(Text und Musik: trad.)
Dieses Trinklied aus dem 16. Jahrhundert stammt der Überlieferung nach
aus Leipzig und soll ursprünglich von Studenten gesungen worden sein. Damals scheint
das Studentenleben noch angenehm gewesen zu sein.
Alle musikalischen und textlichen Bearbeitungen der Stücke durch
Carsten Müller und Ansgar Halfkann.
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